Geeignete Schmerzmittel

Jeder Mensch spricht anders an auf Schmerzmittel. Man muss also ausprobieren, welches Mittel am besten hilft. Oft wirken auch Kombinationen von zwei oder drei Schmerzmitteln. Morphin und Morphin-ähnliche Schmerzmittel sind die stärksten Medikamente zur Behandlung von Schmerzen. Wir zögern nie, sie zu geben, wenn es zur Behandlung von schwerkranken Menschen nötig ist.

Wie viele Schmerzmittel? Die Dosis richtet sich nach der Wirkung und der Intensität der Schmerzen. Nach dem Stufenplan beginnt man mit einem einfachen Schmerzmittel: Etwa
Paracetamol, Diclofenac, die unter verschiedenen Namen und Kombinationen erhältlich
sind. Bei ungenügender Wirkung, also bei Fortdauer der Schmerzen, erfolgt die
Dosisanpassung des gleichen Medikaments unter Ausschöpfung der Höchstdosis. Wenn
nötig, erfolgt der Übergang auf die nächste Therapiestufe mit stärkeren Schmerzmitteln
(wie Tramadol). Bei andauernden Schmerzen geben wir Opiate (so Morphin oder Hydromorphon) in Tabletten- oder Tropfenform (MST continus/Jurnista) oder auch als Suppositorien (Sevredol).

Geeignet sind auch Pflaster (Fentanyl/Durogesic), die, auf die Haut geklebt, innerhalb einer Zeitdauer von 72 Stunden regelmäßige Schmerzlinderung bringen. Wenn Patienten schon starke Schmerzen haben, ist es am besten, gleich mit Morphin zu behandeln (alles sollte mit dem Arzt besprochen und auch eingeleitet werden, personelle Begleitung ist notwendig).
Spritzen gegen Schmerzen sind sehr wirkungsvoll, aber sind ausschließlich für plötzlich
auftretende sehr starke Schmerzen geeignet. Wenn ein/e Patient/in, die/r längere Zeit unter Schmerzen gelitten hat (was nicht vorkommen sollte), eine gute Dosis von Schmerzmitteln erhält, schläft sie/er möglicherweise in den ersten Tagen. Das ist nicht zwangsläufig ein Zeichen für Überdosierung. Wahrscheinlich ist eher, dass die/der Patient/in durch die lang anhaltende Krankheit erschöpft ist und Ruhe braucht.

Oft muss mit dem Fortschreiten der Krankheit die Schmerzmitteldosis erhöht werden. Das soll ohne Bedenken und Zögern erfolgen. In der Hospizarbeit kann Leid gemildert werden, und zwar personal durch Menschen, medikamentös durch Schmerzmittel, seelisch und geistlich durch Hoffnung und durch Glaube. Dabei ist zu erkennen: Wenn man andere erfrischt, wird man selbst erfrischt. Achten sollte man darauf, sich vom Brot des Lebens zu ernähren und sich durch Gebet zu bewässern. Für das Lebensende gilt: Für die Raupe ist es das Ende, für den Schmetterling der Anfang. Und: Jeder Anfang hat auch ein Ende!