Hilfe im Leid

Wenn alles ausgereizt sei, dürften die Patienten nicht der organisierten oder gar kommerzialisierten (profitorientierten) Sterbehilfe überlassen werden, warnte de Ridder.
„Wir müssen uns der außergewöhnlichen Leidenssituation dieser Kranken stellen, denn auch sie haben moralisch ein Anrecht auf angemessene Hilfe“. Chronische Schmerzen sind immer, vor allem, wenn sie verursacht werden durch eine bösartige und vermutlich unheilbare Krankheit, begleitet von starken negativen Gefühlen: Angst, Verzweiflung, Wut, Trauer, und von dem Gefühl das Alleingelassenseins. Es genügt also nicht, dem Patienten Schmerzmittel zu verabreichen, ohne auf diese negativen Gefühle Rücksicht zu nehmen und den Patienten in diesem schmerzhaften Prozess zu begleiten.

Die Schmerzkontrolle kommt an erster Stelle in der Sterbebegleitung. Es geht um medikamentöse Schmerzbehandlung. In der modernen Palliativmedizin wird das Drei-Stufen-Schema nach der World Health Organisation WHO angewendet. Wie geht man vor? Bei allmählich aufkommenden Schmerzen folgen wir dem Stufenplan: Der moderne Stufenplan geht davon aus, dass der Patient zuerst ein schwaches Schmerzmittel erhält und stufenweise mehr und stärkere Schmerzmittel einnimmt, bis die Schmerzen nachlassen. Das Ziel der Behandlung ist die Schmerzfreiheit, egal mit welchem Mittel und mit welcher Dosis unter Beachtung und Vermeidung der Nebenwirkungen. Die Angst des Patienten zu nehmen vor dem Einsetzen der Schmerzen hat Priorität für das Team.