Hospize als Schutzräume

Die seelische und körperliche Erkrankung des Menschen bedarf des Schutzes. Denn Auflehnung von gesunden Lebenskräften gegen zerstörerische Eindringlinge, Verhandeln mit meinem Körper, Aussöhnen und Vergeben tauchen im gesamten Leben auf, nicht nur in der Hospizbewegung bei der Sterbebegleitung. Auch hier werden wichtige menschliche und geistige Schritte in der Gesundheitsvorsorge oft übersprungen und nicht erkannt.
Denn wenn wir uns nicht der spirituellen Sorge widmen, und da geht es in erster Linie auch um die Sorge um unser eigenes Selbst, wenn wir uns nicht um diese eigene Spiritualität kümmern, dann können auch wir nicht Palliative Care oder Prävention in der Gesundheit leisten.

Hospize waren im Mittelalter Rast- und Ruhestätten, in denen Pilger, Reisende und Sterbende Aufnahme und Betreuung fanden. Heute ist Hospiz zu einer Idee und geistigen Bewegung geworden, um einem Leben bis zuletzt Geborgenheit zu ermöglichen. Die Internationale Gesellschaft für Sterbebegleitung und Lebensbeistand IGSL ist ein bedeutender Teil der Hospizbewegung und wurde als eingetragener, gemeinnütziger und mildtätiger Verein 1986 in Limburg gegründet. Die IGSL-Hospizgesellschaft ist damit eine der größten Dachorganisationen der Hospizbewegung. Sie hat über 2.800 Mitglieder und mehr als 32 Regionalgruppen und Hospiz-Initiativen sowie 15 Kooperationspartner und Partnerschaftsvereine in Deutschland.

In der Hospizarbeit sind die Beratung über die folgenden, rechtserheblichen Maßnahmen bedeutsam: Die Patientenverfügung (damit werden die Wünsche zur medizinischen Behandlung am Lebensende festgelegt), die Vorsorgevollmacht (damit wird ein Bevollmächtigter zur Durchsetzung der Patientenverfügung eingesetzt), die Vermögensvollmacht (zur Regelung vermögensrechtlicher Angelegenheiten), die Betreuungsverfügung (wer als vormundschaftsrechtlicher Entscheider zu bestellen ist),
die Behandlungsvereinbarung (zur Festlegung, was im Falle der nächsten Krankheitsstufe gemacht werden soll), Gedanken zu meinem Sterben (zur Fixierung, wie sich die letzte Lebensphase vollziehen soll), Selbstbestimmung am Lebensende und Notfallausweis.