3. Das biblische bzw. christliche...

...anthropologische Verständnis von Krankheit und Gesundheit fordert zum Umdenken heraus.

3.1 Der Zugang zum Verständnis von Krankheit und Gesundheit
Erschließt sich durch das Verständnis der zerbrochenen Mensch - Gott-Beziehung, der Erlösungs- und Heilungsbedürftigkeit der ganzen Schöpfung und durch das Verständnis der sich verschenkenden Liebe Gottes, die dem Menschen durch Jesus zuteil wird.
Denn der Herr ist gut zu uns, seine Gnade hört niemals auf, für alle Zeiten hält er uns die Treue. (Psalm 100,5)

Jedes menschliche erkennen ist begrenzt, jedes diagnostische Kausalitätsdenken mit allen resultierenden Schlussfolgerungen für die Therapie birgt die große Gefahr, sich von der Wirklichkeit zu entfernen. Dies gilt für den medizinisch – wissenschaftlichen Bereich genauso wie für manche fromme Dogmatik oder andere Formen verabsolutierter Teilwahrheiten. Öffnet sich der Mensch mit seinem Wissen, seiner Erfahrung und seinem ganzen Wesen dem Dreieinigen Gott und sucht seine Nähe, geschieht Heilung in einem umfassenden Sinn( .. oder ein bestehender Konflikt spitzt sich krisenhaft zu!

3.2 Krankheit
Krankheit aller Lebewesen ist immer auf die von Gott (ab)gefallene Schöpfungsordnung zurückzuführen und somit Ausdruck der Un- ordnung dieser Welt bzw. Ausdruck der Erlösungsbedürftigkeit der ganzen Schöpfung. Krankheit kann subjektiv und objektiv unterschiedlich, ja kontrovers erlebt und bewertet werden Krankheit kann den Menschen in seinen Lebensvollzügen gering oder auch massiv beeinträchtigen. Die Auseinandersetzung mit der Krankheitswirklichkeit im leben eines Menschen führt zu mehreren Sicht- und Bewertungswegen und damit zu komplexen Therapieansätzen Eine kausal orientierte Sichtweite hat beispielsweise ebenso Bedeutung wie eine finale Sicht; ein beziehungsorientierter Therapieweg ebenso wie ein körperorientierter Therapieweg etc.

Krankheit im Leben des Menschen muss im Kontext seiner Biographie, seiner spirituellen, der psychosozialen sowie der physischen Wirklichkeit bewertet und verstanden werden. Wer seinen Blick weitet, entdeckt in jedem Kranken auch das Heile, das Schöne, ja die Liebe und Herrlichkeit des Schöpfers. Zugleich weiß er um die Verletzlichkeit des menschlichen Lebens

3.3 Kerngesundheit
Die Kerngesundheit beginnt da, wo der Mensch das heil Gottes in jesus Christus (am Kreuz) persönlich angenommen hat und in versöhnte Beziehungen zu sich selber, zu seinen Mitmenschen und zur Umwelt hineinwächst. Kern – gesund -sein bedeutet Leben in der Gnade Gottes, Leben in Beziehungsfähigkeit, Leben im Geben und Empfangen.

3.4 Prozess Heilung
Heilung ist ein Prozess, der unser ganzes Leben einschließt. Ein Prozess, in dem unser leben – auch durch Leid hindurch – umgestaltet und geprägt wird hin zur vollkommenen Schöpfungsordnung Gottes.
Der Heilungsprozess bedarf des Ineinandergreifens einerseits von menschlichen Initiative, einem nach den Ordnungen Gottes verantwortlich gestalteten Leben und immer wieder neu gewagten Gottvertrauen, anderseits von der vorauseilenden Gnade Gottes des Vaters, der grenzenlosen Liebe des Sohnes und der übernatürlichen Wirkungen bzw. Gnadengaben des Heiligen Geistes Dieses Ineinandergreifen ist ein Geheimnis; wir kennen die tieferen Zusammenhänge nicht. Aber wir wissen, dass beides zusammengehört.
Auch obliegt es der Souveränität Gottes, wie er den Heilungsprozess gestaltet. Aus unserer begrenzten Wahrnehmung erleben wir sowohl ein punktuelles, übernatürlich bzw. als Wunder erscheinendes Handeln Gottes als auch kontinuierliche Prozesse mit phasenweise kaum wahrnehmbaren Veränderungen oder Fortschritten, ja als Rückschritte imponierende Entwicklungen. Gott der Schöpfer fordert uns heraus, unter seiner Leitung auch die heilungsfördernden Mittel und Methoden dieser Welt sowie Pflegende, Ärzte und/ oder Therapeuten als begabte Menschen auf dem Weg zur Heilung in Anspruch zu nehmen.
Heilung schießt ein, dass Gott auch zum Leiden befähigt: Im Angesicht von Not, Krankheit, Elend oder Ungerechtigkeit festzuhalten an der Liebe, der Güte und der Barmherzigkeit Gottes. Dieses „festhalten“ bezieht gerade auch das Klagen und Weinen ein.