6. Die Gestaltung...

...der Patient – Therapeut –Beziehung unterscheidet sich in der CH wesentlich von säkularen oder anderen religiös motivierten Beziehungsmustern

6.1 Christliche Pflege, Medizin und Therapie versteht sich als barmherzige „Pflege“ des Menschen unter der Leitung Gottes:
Der Helfer begleitet den Kranken zu dem Dreieinigen Gott, zu den göttlichen Quellen des Heils und der Heilung Auf diesem Weg bzw. in diesem Prozess findet der Therapeut einen beziehungsmäßigen Zugang zum Kranken, zu seinem Leben, zu seiner Person Er fördert und schützt den kranken, er dient ihm mit den von Gott verliehenen geistlichen und schöpfungsgemäßen Gaben.

6.2 Der Helfer tritt in seiner Professionalität zusammen mit dem Patienten bewusst in Beziehung zu Gott.
Beide erwarten von ihm diagnostischen “Durchblick“ und Hilfen zum Heilwerden. Beide übernehmen Verantwortung vor Gott, jeder in der Autorität, die Ihm von Gott gegeben ist.

6.3 Patient und Therapeut sind somit zuallererst Hörende.
Sie sind im Tiefsten auf das Reden Gottes angewiesen. Damit sind sie beide Empfangende: von Gott geliebt, erfahren sie, wie Gott ihnen zum Heil des Patienten dient.

6.4 Der Helfer/Therapeut ist sich seiner grundsätzlichen Heilungsbedürftigkeit bewusst.
Er ist bereit, auch für sich persönlich Hilfe im Sinne der christlichen Heilkunde in Anspruch zu nehmen Er kann in vielfältigen Weise durch den Patienten beschenkt werden Ein besonderes Geheimnis des Gottesreiches ist die persönliche Begegnung Christi gerade durch den Kranken, den Armen, den Schwachen hindurch.