Es ist Zeit etwas zu verändern


Es gibt nämlich wirklich ein Heilmittel für die Seele: die Philosophie. Ihre Hilfe ist nicht außerhalb der eigenen Person zu suchen, wie bei körperlichen Krankheiten, sondern wir müssen uns mit aller Kraft bemühen, uns selbst heilen zu können.

Die Leistungen der modernen Medizin sind für viele Kranke Hoffnung und Hilfe. Keiner möchte diese Errungenschaften missen.
Der kranke Mensch erwartet aber für sein Leben mehr als nur Medizin. Er möchte auch als ganze Persönlichkeit respektiert und angenommen werden. Über den tatsächlichen Anteil der Medizin an der steigenden Lebenserwartung der Menschen herrscht in Medizinerkreisen längst Ernüchterung: Nur zwischen zehn und maximal dreißig Prozent, je nach Gesundheitsproblem, der gewonnenen Lebensjahre gehen auf die Kunst der Ärzte und den Segen von Medizintechnik und Pharmazie zurück. Weit bedeutender sind die soziale Lage und der ganz persönliche Lebensstil.
Und den können wir alle gestalten. Nur: wie? An Ratschlägen für Fitness und anhaltende Jugendlichkeit mangelt es wahrlich nicht. Allerdings werden diese nur höchst selten selbstlos und ohne Hintergedanken verschenkt.
Die Flut, der mit enormem Werbeaufwand gepuschten Informationen über die segensreiche Wirkung von Hormonen, chirurgischen Eingriffen, Diäten und allerlei speziellen Übungen ist längst unüberschaubar. Mit Heilsversprechen und Gesundheitsprodukten lassen sich gute Geschäfte machen, Die Grenze zwischen seriösen und unseriösen Angeboten ist fließend.
Die Hauptproblemfelder der derzeitigen Situationen sind die wachsenden Individualängste.

Zusätzlich fortschreitender Werteverfall und Vertrauensverlust in fast allen zentralen Institutionen ( z.B. Politik, Banken u. a).
Für uns Menschen werden die Vorgänge immer komplizierter und unübersichtlicher gemacht, die einzige Reaktion: „Wir schalten einfach ab und hoffen, dass wir verschont bleiben!" Ändern wir jedoch unsere Gewohnheiten, stellen wir fest, dass es uns besser geht und auf der anderen Spur des Lebens sich fahren lässt.
Wir müssen mehr Eigenverantwortung übernehmen und die Empathie als etwas Besonderes begreifen und wieder entdecken in der Zuwendung der Gemeinschaften. Es ist ein heilendes Element in der Zuwendung, auf den Anderen einzugehen.
Wir haben in den letzten Jahrzehnten in vielen Dingen uns leiten lassen. Mein Haus, meine Aktien, mein Auto, mein Pferd, mein Boot waren unsere Grundwerte.

Aber wir tragen es in uns, diese stille Sehnsucht nach Ruhe, Gelassenheit und menschliche Wärme.
Nur der Mensch hat die Kraft, bewusst zu denken, zu planen und zu gestalten. Nur er kann sich selbst und damit sein Schicksal und seine Zukunft gezielt beeinflussen.

Die Statusänderungen von Arzt und Patient gestern/heute

Vor dreißig Jahren
Arzt
Wissenschaft
Patient
Krankenkasse
Medien
Politik

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Heute
Politik/Krankenkasse
Medien
Krankenhaus
konzerne
Wissenschaft
Arzt
Patient

Die Politik muss neue Rahmenbedingungen schaffen.
Doch begriffen haben es wenige, die Salamitaktik geht weiter.
Am Ende ist die Wurst alle, und keiner hat etwas dazu gelernt.
Alle schimpfen auf die Politik. Seit zwanzig Jahren wird in Deuschland über die Kostenexplosion im Gesundheitswesen diskutiert. Welche Lobby trifft hier die Entscheidung. Bundesgesundheitsminister kamen und gingen. Keiner hat etwas an Reformen richtig durchgesetzt.
Man starrt wie ein paralisiertes Kaninchen auf die Kosten, wir beschäftigen uns manisch mit den Kosten des Systems. (Mit der Krankheit)
Die medizinischen Inhalte geraten aus dem Blick, vom Nutzen ist kaum noch die Rede. Machen wir so weiter, verspielen wir womöglich endgültig die Chancen, die der Gesundheitsmarkt eröffnet.
Sand knirscht im Getriebe unseres Gesundheitssystems.
Wir diskutieren hier wie die Politiker, klein, klein und ohne einen Fortschritt.
Die nächste Reform wartet schon auf uns.

Vielleicht muss das Verhältnis Arzt/Patient neu gestaltet und überdacht werden. Nicht nur technische Medizin, sondern Empathie für den Patienten. Nicht Konzernmethoden –Profitgewinn- am Patienten, sondern wieder an eine Medizinentwicklung mit Kulturgut denken.
Der Patient ist sein Arzt allein. Die vielen Helfer Arzt, Psychologen und alle andere Therapeuten, sind Unterstützer im Heilprozess.
Es sind keine Bürokraten, sondern sie sollen dem Menschen als „Helfende Hand“ zur Seite stehen. Der Mensch soll mit Unterstützung der Therapeuten seinen Mittelpunkt der Seele finden.
Oder haben wir eine Medizin ohne Seele?

Wie sieht die Entwicklung aus?

Der neue Slogan heißt:

Hast du Cash, kannst du deine Erkrankung bezahlen und der Rest des Volkes kommt demnächst in eine Bürgerversicherung.

Wann könnte die Entwicklung positiv aussehen.


Fatal ist jedoch, die psychische Behandlungen nehmen seit Jahren kontinuierlich zu und wir werden im demographischen Wandel eine Entwicklung im Zuwachs der Älteren haben.
Steigen dann die Erkrankungen von Demenz, Alzheimer und Diabetes noch weiter?

Denn das Bild des Alters hat sich entscheidend gewandelt: Viele ältere Menschen sind körperlich und geistig so fit, wie keine Generation davor. Älter werden ist nicht mehr nur eine Belastung, älter sein ist viel mehr eine Chance.


Dieses realistische, das heißt, plus moderne und positive Bild über das Alter ist entscheidend dafür, dass wir die reichhaltigen, unverzichtbaren Fähigkeiten, Erfahrungen und Kenntnisse der älteren Generation erkennen und nutzbringend für alle einsetzen können.
In meiner Arbeit gebe ich den Menschen das Vertrauen für die
„Neuen Alten“ neue optimale Ziele festzulegen und es lohnt sich.
Erfahrungen auszutauschen und so voneinander zu lernen – immer
mit dem Ziel, die Lebensqualität der Menschen zu fördern, ihnen mit Achtung und Respekt zu begegnen und ihre Lebensleistung nie zu vergessen.

Mein kleiner Artikel "Hoffnung im Alter


Die Realität sieht aber oft anders aus.

Wir sind eingebunden in unsere Welt, wir tragen Verantwortung.
Wir haben menschliche, moralische, finanzielle Verpflichtungen.
Trotzdem wollen wir Leichtigkeit, Luft, Lust und Zeit, die Sehnsucht danach wächst.
Dabei setzen wir unsere Erwartungen zu hoch und sind nicht selbst.

Jede Woche erlebe ich neue Situationen, erlebe Menschen ohne Hoffnung, ohne Glauben und stelle fest, wir bestehen aus Ängsten und Zweifel, und die zu Zwängen führen.

Ändern wir doch unsere innere Haltung und Einstellung.

Fordern, überfordern wir uns nicht und nehmen uns nicht so wichtig.
Dann können wir das Alter mobilisieren, festigen und aktiv gestalten.
Es sind Begeisterung, Zuhören und menschliche Liebe und oft die eigene Lebenserfahrung, die ich mit den Worten schließen möchte.
Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.
Es ist nie zu spät, den ersten Schritt zu tun!
Wer sich keine Zeit für die „Gesundheit“ nimmt, wird sich für seine „Krankheit“ Zeit nehmen müssen.
Mehr Achtsamkeit, positive Werteentwicklung und Maß halten sowie eine neue Kultur entwickeln, die mehr Menschlichkeit zeigt, die Zukunft sind.
Oder wollen wir unsere Identifikationsnummer des Finanzamtes auch für unsere menschliche Entwicklung in allen Bereichen verwenden, ohne dass die Empathie in zwischenmenschlichen Kontakten sich entwickeln kann?

Ein Zitat von Wilhelm Busch fällt mir darauf ein:


Viel zu spät begreifen viele,
die versäumten Lebensziele.
Freuden, Schönheit und Natur,
Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum Mensch sei zeitig weise!
Höchste Zeit ist`s:
Reise, reise!

Ihr Willi Löhr