Wird der Hunger vor der eigenen Tür immer größer?


Es darf nicht geschehen, wir öffnen Ihnen die Türen, aber streichen müssen Sie selber!Nach 35 Jahren intensiver Arbeit als Krankenpfleger in der Unterstützung des Heilens
wird mir bewusst, dem Menschen sind Grenzen gesetzt.
Gleichzeitig ist die Perfektion eines Menschen nicht realisierbar. In den Einbrüchen, Umbrüchen und Aufbrüchen sind immer wieder Widerstände erkennbar.

Woher kommen diese Widerstände?

Wer werden in unserem weltlichen Leben nicht immer die Antworten bekommen, aber wir sind in einem gelebten Leben, einem verantwortlichen Leben auch Fragen ausgewichen.
Einige mehr, andere weniger. Je nach Einsicht, je nach gefühlter Führung eines geistigen Denkens!
Unser Leben kann bunt oder grau sein. In den Zeiten wo es grau ist, können nur starke Menschen bestehen. Der Mensch sagt: „Das ist meine Willenskraft gewesen, meine Überzeugung und meine Entscheidung.

Wird es überhaupt einem bewusst, es kann auch anders sein?
In 35 Jahren waren es 420 Monate, 12.775 Tage, 306.600 Stunden, viel Zeit, die ich mit kranken Menschen verbracht habe. Jeder trug seinen Lebenskoffer mit Inhalt bei sich- oft schwer, fast unerträglich diese Last zu tragen und auszuhalten. Ein Festklammern an sein Leben und eine Verzweiflung in Ihnen, die sich gelegentlich auch aufklärte!
Waren es 15.000, 20.000 oder mehr an persönlichen, menschliche Einzelschicksale.
Hatte ich nun Mitleid oder Mitgefühl, es zu verstehen. Als Traditionschrist –Taufe, Kommunion und Sonntagsgebet- (Die Pflicht zum Kirchengang war programmiert) war es in den Kinderjahren gefüllt! Für die Situation als junger Mensch, keine Hilfe, eher Unverständnis

Zwischendurch das Vaterunser und großer Gott wir loben dich, das Loblied war da, aber wo habe ich Gott gesehen oder sogar gefühlt!

Ich habe es nicht bis zum 30. Geburtstag verstanden! Meine geschiedenen Eltern konnten noch weniger vermitteln und die Großeltern liebten nur das stille Gebet und ihren Glauben, der nach innen versteckt war! In Ihrem eigenen Kämmerlein!

Nach der Pflege an Patienten und die Betreuung von sterbenden Menschen, wurde ich stiller und aufmerksamer. Die Vielzahl von Schicksalen, die großen Verzweiflungen, der plötzliche Tod von jungen Menschen, hatten ihre Aussagen in jungen Jahren.
Ich konnte diese Verzweiflung, dieses Bild nicht verstehen. Ich wurde nachdenklicher in Beziehung zu meinem Leben und das Leben der „Anderen!“
Was ich nicht verstehen konnte, das negative, unzufriedene tägliche Bild von vielen Menschen, die Resignationen der Angehörigen und oft eine Ablehnung, sich dem Problem zu stellen!
Jede Krise war eine Tragödie der einzelnen Personen, mit kleinen Ausnahmen.
Und diese Ausnahmen irritierten mich! Sie waren etwas Besonderes!
Menschen, die so schwer krank waren, hatten ein Charisma der Persönlichkeit. Ruhig, ausgeglichen und eine ungewöhnliche Sanftmut zu ihrem Problem und zu anderen Problemen von Menschen!
Es erzeugte über Jahren ein Kopfschütteln von mir, ich konnte es nicht verstehen, es stand immer ein Fragezeichen davor.
Ich begann zu fragen und erkannte einen Glauben, einen christlichen Glauben zu Gott.
Das besondere, er kam nicht direkt aus dem Kirchenturm, sondern aus dem Inneren des Menschen. Die Wirkung des heiligen Geistes? Auffallend, es kam aus dem Inneren und wurde vom Äußeren des weltlichen Systems überlagert, in besondern Fällen, sogar getrennt.
Heute nenne ich die Wörter des weltlichen Systems: „Unruhe, kein Blickwinkel, kaum Wahrnehmung, keine Zeit, kein Stillstand und eine fehlende Kommunikation von Gesprächen außerhalb der Krankheit. Man hört auch nur oberflächlich zu, wenn es um Belastungen des „Anderen“ es sich handelt.
Oft machen wir uns sogar dünn, nicht böswillig, aber oft aus Unkenntnis einer schweren Erkrankung und des offenen Gespräches.
Wir müssen nicht immer reden, festhalten tut es auch. Umarmen ist die Kunst, die Gefühle zu zeigen, ich fühle mit!In den inneren Werten, dem christlichen Glauben erkannte ich Wärme, den Blick zum Anderen, mehr Wahrnehmung durch Achtsamkeit, mehr Zeit, keine Hektik und das „Besondere, eine innere, wohltuende Freude.

Ein Glaube, mit Freude, das war mir neu! Im November 2012 werde ich einen Vortrag gestalten “Innere Freude, ein Geschenk eines echten Glaubens“

Im Höhepunkt meiner Erkenntnis mit 48 Jahren wurde ich sehr, sehr überrascht. Nach der Betreuung von 4 MS-(Multiple-sklerose)Patienten, lernte ich Frau S. kennen. Hochgradige MS-Patientin mit fortlaufenden Schüben, trotzdem gut gelaunt und immer mit der Ausstrahlung der Zufriedenheit. Wow, was für eine Patientin mit einem ungewöhnlichen Charisma, nie leidend, oft sehr dankbar, beim lagern und anderen Pflegeunterstützungen.
Im Gegensatz, die leichte Form der MS von Herrn M. Immer im Vorwurf gegenüber seiner Frau- Du bist gesund und ich bin schwer krank- in zwei Jahren war die Frau reif für eine psychologische Behandlung!
Das Geheimnis von Frau S. war die innere Kraft Gottes, auch im Leid noch Freude auszustrahlen. Verstehen konnte ich es mit 48 Jahren immer noch nicht!
Dann war das Jahr 2003 (49Jahre) wurde alles anders, es sollte bis 2011 dauern.

Ein Weg des Zweifeln und des Staunens!

Ich erkannte in den folgenden Jahren, von 2003 – 2011, der Teppich des Lebens wird von
Gott verknüpft.
Ich nenne es Spiritual Care oder auf Deutsch “Zielorientiertes Leben“ wo dieses Leben beginnt, wird alles anders. Am Anfang sehr schwer und je nach Erkenntnis, ein Weg von Hügeln und Tälern.
Mit meiner Erfahrung in tausenden Krisensituationen, wäre meine eigene Krise wahrscheinlich zur Katastrophe geworden. Danke für diese Erfahrungen und im „FensterzumLeben“ möchte ich mein Präventionskonzept/Krisenkonzept vorstellen und weiter vermitteln. Es ist der Ansatz, das Leben etwas besser zu verstehen, auch wenn es nicht immer leicht fällt! Danke, dass Gott mir diese Gnade und Berufung geschenkt hat.
Auch bin ich überzeugt, das viele ,andere Menschen noch Ressourcen und ihre Berufung im Leben haben

Mein Leben wird sich nicht mehr verändern, für einen Rückwärtsgang, sondern mit gesundheitliche Prävention, Partizipieren und christlicher Glaube, lässt sich nur ein Vorwärtsgang finden.
Von der Sorge um unsere Zukunft, die mich in den letzten zwei Jahren in die Öffentlichkeit brachte –mit Widerstände und kaum eine Unterstützung, ist man nun zur Erkenntnis gekommen, vielleicht ist doch eine Lösung verborgen. Wir versuchen, in den nächsten Jahren es gebündelt zu puplizieren und ab 2014 „Multiplikatoren“ auszubilden.

Es geht uns (Ein Team ist vorhanden) um den “Menschen“ in all seinen Stärken und Schwächen wachzurütteln und zu bewusster Aktivität zu bewegen.

Ich komme noch zu einer sehr, sehr klaren Aussage!

Viele Patienten im dritten Lebensalter, besonders wo eine bewegte Biographie (seelische Krankheiten, Volkkrankheiten) sich entwickelt hatten (Alkohol, Rauchen, Medikamentenabusus, falsche Ernährung u. v. m) wollten es wieder rückgängig machen. Oh, hätte ich diesen Weg nie eingeschlagen, aber erhöhter Blutzucker, hoher Blutdruck und Übergewichtigkeit machen oft am Anfang keine Beschwerden.

Was mich immer wieder berührt hat, waren die Menschen ohne Vergebung, mit Schuldgefühlen und ohne ein Selbstwertgefühl zu ihrem eigenen Leben!

Das Tragische an diesen Erlebnissen war die Unkenntnis –wichtig oder unwichtig-,
die Meisterlichkeit des Verdrängens, es passiert nur bei „Anderen“, wie fatal diese Einstellung. Und man fragt nicht mehr, man weicht gern den unangenehmen Fragen aus, aber das wird nie zur Erkenntnis eines wahren Lebens führen.
Eigene wirtschaftliche Interessen mit Macht und immer nur den Vorteil bei sich zu sehen, wird keine Krise lösen, eher verstärken!

Die gute Erfahrung ist, es weicht langsam auf! Denn der nachdenkliche Mensch sieht inzwischen mit wacher Aufmerksamkeit, dass wir an Grenzen gestoßen sind, er erkennt die Gefahr, er erfährt an vielen Nöten seiner Umwelt, dass Besinnung und Kurskorrektur im 21. Jahrhundert nötig sind. Der Funke Gottes in einem Menschen scheint doch noch zu glühen!Ich will es zum Wohle für unsere Kinder in der Zukunft
ausdrücken:

Es ist besser für unsere Kinder, wenn wir für sie da sind,
für sie Zeit haben, uns mit ihnen beschäftigen,
als wenn wir ihnen als Mütter von unserem verdienten
Geld täglich ein neues Spielzeug kaufen.
Wir haben alle diese Einstellung verkauft,
jetzt müssen wir die Last tragen oder
wir machen aus dieser Einstellung eine Umstellung
der Gewohnheiten.
Wir wollen keine Einzelkämpfer mehr, sondern Gemeinschaften,die „Neues“ mitbringen und das „Alte“ als Vergangenheit sehen.

Oder wollen wir noch mehr Fehlversorgte, Ersatzbefriedigte, Verwöhnte und Ungeliebte erziehen!
Autor Willi Löhr